11/10/09 - Wittener Kneipennacht im Chapter Five
Es war immer ein großer Bandmusikertraum von mir, einmal ein echt langer und eigenes Konzert spielen zu können. Also ohne Vorband, ohne ödes Zeitlimit und ohne Vorgaben der Stilistik. Wer aufmerksam dieses Bandtagebuch gelesen hat wird wissen, dass wir so einen Abend mal im „alten“ Chapter Five hingelegt haben. Damals konnten wir sogar einen jungen Mann derart begeistern, dass er sich erfolgreich bei Monty burns als Gitarrist „beworben“ hat. Ein Abend mit neuen und alten Liedern, mit akustischer und elektrischer Gitarre.
So ein Abend wurde auch der Abend der Wittener Kneipennacht.
Das Chapter Five war mittlerweile umgezogen und hat einen netten Platz in Witten Mitte gefunden. Billardtisch raus, Dartautomaten verhängen, ein bisschen Licht hier und da und fertig ist ein Platz für Monty burns. Keinen langen Probenzeiten für einen zweistündigen (!) Gig mit neuen und alten Liedern. Unpluggedversionen und sogar Coversongs. Ein schwitzende Menge, ein verzweifelt nach sauberen Gläsern suchender Wirt, eine Ablenkung von einem WM Qualifikationsspiel und ein Geburtstagsständchen für mich.
Viel kann und will ich über diesen Abend gar nicht schreiben. Nicht die Mühen des Schleppens und Wartens erwähnen, nicht die Pro Evolution Soccer Demütigungen als „warm up“ und nicht die improvisierte Setliste. Ich denke an den Abend zurück und sehe ein schwitzende, mitsingende mit Ohrstöpseln bewaffnete (Wittener) Menge und bin froh.
Nachdem Konzert führe ich nur eine kurze Diskussion über die Zukunft der Band und habe sie mal wieder nicht selbst angeregt. Das gute neue Material benicke ich und winke ebenfalls verschwitzt ab, als ich auf die Pflicht eines Bookers hingewiesen werde. Hände werden reichlich geschüttelt, Glückwünsche entgegen genommen und ich weiß, dass wir lokal sind. An diesem Abend wäre alles gegangen, sogar eine Coverversion von „Knockin on Heavens Door“.
Selbst mit pfeifenden Ohren im wohl verdienten Bett und ohne Groupies mache ich mir keine Gedanken über nächste Schritte und genieße den Augenblick. „Wenn es am SCHÖNSTEN ist soll man aufhören“ kreist mir über die Hirnrinde, aber vor meiner Tiefschlafphase geistert ein „bullshit“ singender Johannes Heesters durch meinen Geist. Nicht mal kurz trifft mich der Stich des „was hätte ich doch erreichen können“ in dieser Nacht, denn nach zwei Stunden rock n´ roll bin ich angekommen.
Danke.
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