19/09/08 - Rock ImBerg - Witten

Captains Logbuch, Sternzeit 19.09.2008. Betakoordinatensytsem Alpha Zentauri, Planquadrat Annen, Imberg

Seit Jahren fliegen wir im „Stopp“ und vor allem „Go Modus“ mit unserem Starfighter durch das Bandall auf der Suche nach Superlativen. Tatsächlich haben wir jetzt unerwartet etwas entdeckt.

ROCK IMBERG (=ROCK IM BERG) im mit viel Aufwand und noch mehr finanziellen Mitteln für Kinder und Jugendliche extrem schön hergerichteten Steinbruch Imberg in Witten Annen. Eine Augenweide ist die fest installierte Natursteinbühne, auf der nach dem gestrigen Auftakt sicher noch so mancher Schweißtropfen landen wird. Möge sich die Location auch überregional etablieren, denn mit ihrem riesigen Fassungsvermögen könnte sie das.

Schlaue Menschen der Stadt Witten haben sich das ROCK IM BERG Konzept für diesen Tag mit vier Bands aus Witten ausgedacht.

DIE CONDITOREI
Skamusik, die bizarrerweise in den Ruhr Nachrichten mit „scar“ Musik angekündigt wurde.

BEAUTIFUL DISASTER
Melancholisch mit ex Meanwhile „Chef“ Thomas Bolik nach sechs Proben erstmals am Gesang.

FS 98
Durchgestylter äh ja hmmmm Harcordepunk oder so aus der Region.

Und eben unser Starfighter.

Schon am Morgen des 19.09.2008 wusste ich, dass etwas anders sein würde. Ein gewagter Blick aus dem Fenster ließ mich erkennen, dass es weder Regen noch orkanartige Winde geben würde. Sonne stand auf dem Programm! Außerdem war schnell klar, dass wir quasi in Flutlicht gegen 21:00 Uhr rocken dürfen. Eine Zeit, bei der Band und Publikum aufgrund der einsetzenden Dunkelheit und des gestiegenen Pegels einfach tatsächlich besser in Fahrt sind.

Also alles neu! Alles gleich aber bis zum Konzert: Einladen, Bandscheibenvorfall, ein Probenraumnachbar der unfassbar das Klo zugeböllert hat, wichtige Sachen vergessen, eine Pro und Contra Diskussion um das Bandbanner und eine neue Setliste, nachdem man zwei Wochen mit der ALTEN geprobt hat ;-)

Nette Organisatoren verkürzen die Wartezeit auf den Gig, auch wenn es backstage unter der Hand leider auch für die Künstlerinnen und Künstler keine Cocktails gab… Aber dann…

Auf der Bühne angekommen musste im rasanten Tempo umgebaut werden, da das Ordnungsamt für 22:00 Uhr eine deutschlandtypische Stromabdrehorgie angesagt hatte. Ein Blick ins weite Rund bestätigte das morgendliche gute Gefühl. Es war voll, die Menge hatte Bock auf Rock und wollte bedient werden. Schon beim ersten Song enterten Menschen mir unbekannter Herkunft die Naturbrettersteine und ließen die Haare kreisen. Affenartig geil! Pogo vor der Bühne und im Augenwinkel sah ich sogar diese berühmten „es ist ca. 2:00 Uhr auf einer Party, es läuft Bochum von Grönemeyer und wir nehmen uns alle in den Arm, um lauthals mitzusingen“ Kreise!!! Extrem fette Stimmung also. Das THW gab derweil alles und leuchtete in Queenkonzertmanier die umliegenden Hänge aus. Vielleicht auch, um das Ordnungsamt etwas zu beschwichtigen!? Im Kopf hatte ich immer das finale Konzert aus dem Blues Brothers Film, wo John Candy mit seiner mit Gummiknüppeln bewaffneten Truppe---- Aber lassen wir das---- Also die Haare kreisten, der Mop rockte und zwischendurch schoss ein geflashter Nils Königsfeld Millimeter an diversen wichtigen Körperteilen von Freund und „Feind“ vorbei.

Was haben wir uns noch vor dem Konzert in die Bandbuchsen gemacht, dass es ja vielleicht doch keine gute Ideen sein könnte, die Black Box Lieder noch einmal in Witten aufflammen zu lassen. Gut, aber wenn man als Promotionaktion VOR dem Konzert tonnenweise Alben verschenkt, dann muss auch das ein oder andere Lied von der Scheibe kommen, denkt sich der gescheite Marketingleiter *grins* Die Buchsen mussten aber gar nicht voll sein, denn die Menge war derart gut gelaunt, einfach Superlativ: Unfassbar! Ich glaube, ich hätte ein Lied lang mit der Faust auf die Saiten zimmern können, der Beifall wäre trotzdem gekommen. Mehrmals konnte ich aufgrund der Bühnenaktion die vor der Bühne tobende Menge gar nicht mehr sehen, geschweige denn die UNS ;-)

Nach dem Konzert zeigte sich unserer Generation „@“ erneut von einer mir bisher aus dem Business unbekannten Saite. Alles, aber auch wirklich alles wollten sie als Andenken haben. Wir sind Schlagzeugsticks, vier Plektren, drei Setlisten und ein altes Handtuch losgeworden. Offiziell zumindest. Diese Jugend wird was!

Kommen wir zum Abschluss zu den besten Zitaten des Abends:

- Szene: Ein nicht mehr ganz nüchterner junger Mann schunkelt ca. zehn Sekunden vor dem Konzert zielsicher auf mich zu und sagt: (O-Ton) „Ich soll Euch von so einer Ollen sagen, dass Ihr euch selber ansagen müsst!“ Kurz vorher habe ich besagte „OLLE“ noch mit einer Pulle Sekt mit einer 17 drauf backstage gesehen… - Szene: Ein mir schon lange bekannte nette Mutter einer anwesenden Tanzbärin nimmt mich beiseite und flüstert: „Na dann wollen wir doch mal sehen, ob Ihr alten Herrschaften zu solch später Stunde noch Gas geben könnt!“ - Szene: Backstage. Der Veranstalter dreht sich zu Pocke und sagt: „Du hast unheimliche Ähnlichkeit mit dem Schlagzeuger von der zweiten Band!“ (Anmerkung des Captains: Beautiful Disaster; checkt die Homepage!!!!“ - Szene: Nach dem Konzert: Ein Fan brüllt (!): „Wenn Ihr das nächste Mal nicht perfect road spielt, dann wird das mein letztes Monty burns Konzert gewesen sein.“ Oder jedenfalls so ähnlich ;-) - Szene: Nach dem Konzert. Ein definitiv volltrunkener Jugendlicher hängt sich ans SM 58 und ruft durch den Imberg: „Ich hab das Mikro geklaut, ich hab das Mikro geklaut!“ Noch nie habe ich den ortansässigen Musikalienfachverkäufer derart gepardenmäßig schnell auf die Bühne kommen sehen.

In diesem Sinne. Danke für den Abend der Superlative und auf eine gute Konzertreihe in den nächsten Jahren. Euer Captain Monty.

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