05/04/07 - "black box" - Release Show
04./05. April 2007
Puh, was für heftige Tage im April. Endlich ist die black box offiziell an der Sonne angekommen und die Release Show über die (sehr große) Bühne gegangen. Der obligatorische Dankeskram direkt am Anfang:
- Danke an die Werk°Stadt
- Danke an die fleißigen Streetteamer(innen)
- Danke an die emsigen Merchdamen
- Danke an die Technik (Hammer Lichtshow, diese rotierenden Flammen)
- Danke an den Support
- Danke an Ralle und Gang
- Danke an Sascha und Co.
- Danke, danke, danke an all die, die jetzt vergessen wurden!
Kommen wir aber zum wirklich Interessanten hinter dem scheinbar Interessanten dieser Apriltage. Wer aufmerksam die bisherigen Bandtagebucheinträge gelesen hat wird wissen, dass auf dem Monty burns Weg nicht immer alles ganz so glatt gelaufen ist, wie man sich das wünschen könnte. Passend also, dass auch diesmal die wahrhaften Prüfungen nicht der Durchfall vor dem Gig, oder das Versagen der Funkfrequenzen bei den Gitarren sind, sondern folgende Szenen:
„Rund um die Release Show“
Szene 1:
Wie es sich für eine echte Band gehört bestellen natürlich auch wir T-Shirts, damit der infizierte Fan aller Welt zeigen kann, dass er zur Familie Monty burns gehört. Wie es sich für eine echte Band gehört haben wir die T-Shirts natürlich nicht lange und sicher im Vorfeld entworfen und bestellt, sondern auf den letzten Rock n´ Roll Drücker.
Einen Tag vor der großen Sause haben wir die Diademe der Textilindustrie dann endlich abgeholt nachdem vorher beim Lieferanten „verdammt wichtige Maschinen ausgefallen sind“, scheinbar Osterpersonalknappheit herrschte und auch noch ein privates Problem in den Weg gerückt sind. Leider hat die gute Frau, welche die Shirts und die Platte und ganz Witten und überhaupt ziert, auf jedem Shirt eine andere Gesichtsfarbe. Das könnte uns zwar als multikulturell orientiert und zweifelsfrei kreativ ausgelegt werden, entspricht aber weder der Vorlage, noch der Konzeption black box. Da für Diskussionen mit dem Hersteller erst einmal keine Zeit ist wird diese an Matthes abgegeben und auf den nächsten Tag (RELEASE DAY) verlegt.
Am nächsten Tag werfen wir hektisch einen Blick auf Matthes, versammeln uns mit schwitzigen Händen im Kreis um ihn und lauschen, wie er es mit sämtlichen ihm bekannten rhetorischen Stilblüten geschafft hat, einen guten Kurs für die Textilien zu verschaffen.
Matthes sagt einfach nur: „Wir haben uns 45 Minuten lang angeschrieen und jetzt haben wir einen super Kurs für die Shirts.“ Die Band trägt Matthes auf Händen drei, viel Mal durch den Saal der Werk°Stadt und beschließt, zum Wohle des Konsumenten, die Oberbekleidungen für 5 Piepen das Stück über die Theken gehen zu lassen. Alles gut!
Szene 2: Wie es sich für eine echte Band gehört spannen wir unseren eigenen Techniker Martin für Licht und Ton der Release Show ein. Wie es sich für einen echten Techniker gehört stellt dieser einen mutigen Zeitplan auf, der ab dem ersten Tag schon schnurstracks wieder verworfen werden muss. Wie es sich für einen verdammt guten Techniker gehört kompensiert er die Lücken im Zeitplan durch Schlaflosigkeit, Literweise Kaffee und ein permanentes Umschalten auf „Reservemodus“, was das Sprachverhalten angeht. Band: „Martin, wo kommt das und das hin? Martin: „---------------!“ Band: „Martin? Martin? Martiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin!“ Das alleine ist aber weder besonders bizarr, noch eine Verewigung in diesem Kleinod der illustren Heiterkeiten wert. Viel besser (!) ist folgender Anruf, Mittwochnacht, ca. 17 Minuten vor dem geplanten Soundcheck: Mein Handy schellt… GitarrenNille: „Lintzen“ Martin: „Ey Nille, vor mir hat gerade auf der Autobahn ein Betonmischerlaster eine Metallplatte verloren und ich bin mit 120 über das Scheißteil gefahren. War echt knapp für mich und jetzt ist meine rechte Seite vorne am Auto komplett Schrott und ich muss warten bis die Bullen kommen und sicher abgeschleppt werden und….“ Nille: „Ja klar Martin, wir sehen uns gleich, wirklich witzig, deine Geschichte!“ -klick- Das Handy schellt erneut: Gitarren-Nille (schon leicht nervös, weil er kurz vorher MARTIN einen Streich mit einem Anruf gespielt hat, bei dem ein angeblich vom Basser ausgelöster Feueralarm das Gemüt des sonst so besonnenen Technikers deutlich erhitzt hat.) „Lintzen.“ Martin (schreit!): „Ey Nille, dass ist KEIN SCHERZ, ich wäre gerade fast draufgegangen… Ich warte jetzt auf die Bullen und lasse mich abschleppen. Und jetzt der Hammer: Ich bin mal gespannt, wer das jetzt bezahlt, ICH jedenfalls nicht!“ An dieser Stelle wurde mir schlagartig deutlich, dass es A: tatsächlich kein Scherz gewesen ist und B: auch nicht so schlimm sein kann, wenn Martin schon wieder Zeit hat an Schadensersatzansprüche und die goldene ADAC Karte zu denken. Der Leser wird sich spätestens an dieser Stelle fragen, was um Himmels willen der Bandtechniker von Monty burns Stunden vor dem RELEASE DAY auf einer gottverdammten Autobahn zu suchen hat. Die Antwort darauf könnte als Hollywoodmärchen gedeutet werden, entspricht aber voll und ganz der Wahrheit. Der Bandtechniker hat ein zweites Standbein mit einer „Band“ namens Billig+Willig die plötzlich von heute auf morgen berühmt geworden sind und ausgerechnet am 04. April in Düsseldorf ein Video zu einem Song über Damentoiletten drehen müssen. Neben einem kleinen Obolus haben dort auf unseren Techniker leicht bekleidete Jungfrauen gewartet, die er sich auf keinen Fall entgehen lassen konnte. Wir haben das verstanden, Rock n´Roll! Er ist irgendwann dann in der Nacht wieder aufgetaucht und: Alles gut!
Szene 3:
Bei einem Konzert dieser „Größenordnung“ mit verdammt vielen Kabeln, verschiedenen Stromkreisen, Technik, Technik, Technik und sehr viel teurem Lichtgedönse kann schon einmal die ein oder andere technische Sache versagen. So leider Gottes auch der Schlagzeugmonitor hinter dem äh ja….Schlagzeuger!
Das hat der ersten Band Broken Attitude scheinbar nicht viel ausgemacht („Monitor? Der war bei mir auch schon kaputt aber ich dachte, dass nicht anders geht…) , denn sie haben frisch und motiviert ihr Set durchgezogen und kein Wort über keinen Sound aus dem Monitor verloren. (Respekt!)
Der zweiten Band (Karma Come) ist das dann schon übler aufgestoßen.
Ganz nebenbei: Jede Band hat taube Schlagzeuger und ein Drummer ohne Monitorsound ist ca. so geil wie alleine auf einer Südseeinsel sein mit literweise abgelaufener fettarmer H-Milch.
Die Proteste und Aufregungen also durchaus berechtigt, was den Techniker (Zeitplan!!!) zu nervösem Intervenieren und die Band Monty burns zu zahlreichen sozialpädagogischen Beschwichtigungsinstrumentarien verleitet hat. (Matthes ganz cool: „Ich hab in-ear.“) Karma gone, würde ich sagen…
Nach der Beschaffung eines Ersatzmonitors dann auch ein reibungsloser Gig. Wir schätzen jetzt einfach mal, dass es den Jungs gefallen hat, denn gehört und gesehen haben wir sie nach der Show leider nicht mehr ☹
Broken Attitude hat sich dann später noch dadurch „gerächt“, dass sie „aus Versehen“ der Feueralarm ausgelöst haben, aber am Ende:
ALLES GUT!
Zum Abschluss dann noch die ultimative Lobhudelei:
- Man habt Ihr den Saal voll gemacht, liebe Leute!
- Man, was habt Ihr in den ersten Reihen gerockt!
- Man, was wart ihr in den hinteren Reihen geschockt!
- Danke für die Kritiken!
- Danke für die Einkäufe!
- Danke an die Musikerpolizei!
- Danke für alles!
Alles gut!
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